Ein Werkstudentenjob ist für viele Studierende der perfekte Weg, um praktische Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig Geld zu verdienen. Unternehmen profitieren ebenfalls, weil sie motivierte Nachwuchskräfte gewinnen. Doch neben Stundenplan und Joballtag gibt es noch ein Thema, das oft unterschätzt wird: die Lohnabrechnung.
Wenn du als Werkstudent:in arbeitest, solltest du verstehen, wie dein Gehalt berechnet wird und welche Abzüge auf deiner Abrechnung erscheinen. Nur so kannst du prüfen, ob alles korrekt abgerechnet wurde und wie viel Geld tatsächlich auf deinem Konto landet.
Grundlagen: Wie setzt sich dein Werkstudenten-Gehalt zusammen?
Grundsätzlich gilt auch für Werkstudent:innen der gesetzliche Mindestlohn. Dieser beträgt seit Januar 2026 auf 13,90 Euro. Da sich der Mindestlohn regelmäßig ändern kann, lohnt es sich, den aktuellen Wert im Blick zu behalten.
Dein monatlicher Bruttolohn ergibt sich meist aus einer einfachen Rechnung: Stundenlohn × gearbeitete Stunden = Bruttogehalt
Während des Semesters dürfen Werkstudent:innen in der Regel maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. In der vorlesungsfreien Zeit sind oft auch mehr Stunden möglich, solange bestimmte Regeln eingehalten werden.
Beispielrechnung
Angenommen, du arbeitest 20 Stunden pro Woche und verdienst den Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde:
- 20 Stunden pro Woche
- ca. 80 Stunden pro Monat
- 13,90 € Stundenlohn
Das ergibt ungefähr 1.112 Euro brutto pro Monat.
Auf das Jahr gerechnet entspricht das rund 13.344 Euro brutto. Dieser Betrag liegt über dem steuerlichen Grundfreibetrag (der sich regelmäßig verändert). Das bedeutet, dass unter Umständen Lohnsteuer auf deiner Abrechnung erscheinen kann, auch wenn sie oft über eine Steuererklärung teilweise zurückgeholt werden kann.
Werkstudentenprivileg, Steuern und Sozialabgaben einfach erklärt
Der große Vorteil eines Werkstudentenjobs ist das sogenannte Werkstudentenprivileg. Dieses sorgt dafür, dass Studierende sozialversicherungsrechtlich anders behandelt werden als normale Arbeitnehmer:innen.
Wenn du während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest, gilt in der Regel:
- keine Beiträge zur Krankenversicherung über den Job
- keine Beiträge zur Pflegeversicherung über den Job
- keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung
- Rentenversicherungsbeiträge fallen jedoch an
Die Krankenversicherung läuft für Studierende normalerweise über die studentische Krankenversicherung oder über die Familienversicherung.
Zusätzlich können auf deiner Lohnabrechnung Steuern erscheinen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Lohnsteuer
- Kirchensteuer (falls du Mitglied einer Kirche bist)
- Solidaritätszuschlag
Ob und wie viel Steuer du tatsächlich zahlst, hängt unter anderem von deinem Einkommen und deiner Steuerklasse ab.
Außerdem können individuelle Faktoren eine Rolle spielen, etwa BAföG oder Kindergeldgrenzen. Wenn du unsicher bist, solltest du dich bei offiziellen Beratungsstellen oder zuständigen Ämtern informieren.
So liest du deine Lohnabrechnung als Werkstudent: Die wichtigsten Positionen
Eine Lohnabrechnung kann auf den ersten Blick kompliziert wirken. Wenn du weißt, worauf du achten musst, wird sie aber schnell verständlich.
Typischerweise findest du auf deiner Abrechnung folgende Informationen:
- persönliche Daten und Steuerklasse
- Stundenlohn und gearbeitete Stunden
- Bruttolohn
- Steuer- und Sozialabzüge
- Nettolohn (der Betrag, der ausgezahlt wird)
Die folgende Tabelle zeigt ein vereinfachtes Beispiel für eine typische Werkstudenten-Abrechnung.

Es lohnt sich, deine Abrechnung jeden Monat kurz zu prüfen. Achte vor allem darauf, dass:
- deine Arbeitsstunden korrekt erfasst wurden
- der richtige Stundenlohn verwendet wurde
- das Werkstudentenprivileg korrekt berücksichtigt wurde
So lassen sich Fehler frühzeitig erkennen und klären.
Digitale Lohnabrechnung: So bekommst du deine Abrechnung heute oft
Früher wurden Gehaltsabrechnungen meist ausgedruckt und per Post oder persönlich übergeben. Heute stellen viele Arbeitgeber Lohnabrechnungen digital zur Verfügung, zum Beispiel über Mitarbeiterportale oder interne Online-Systeme.
Für Studierende hat das mehrere Vorteile:
- Abrechnungen sind sofort verfügbar
- weniger Papier und mehr Übersicht
- Dokumente lassen sich einfach online archivieren
- Zugriff ist oft jederzeit über ein Mitarbeiterportal möglich
Erfahrung sammeln und Finanzen im Blick behalten
Ein Werkstudentenjob ist eine hervorragende Möglichkeit, schon während des Studiums praktische Berufserfahrung zu sammeln und dein Einkommen aufzubessern. Gleichzeitig lohnt es sich, deine Lohnabrechnung zu verstehen und regelmäßig zu prüfen.
Wenn du weißt, wie dein Gehalt berechnet wird und welche Abzüge möglich sind, kannst du Fehler schneller erkennen und behältst den Überblick über deine Finanzen. Bei Unsicherheiten hilft es immer, frühzeitig nachzufragen – zum Beispiel bei deinem Arbeitgeber oder bei offiziellen Beratungsstellen.

