Krank im Praktikum: Was du jetzt beachten solltest

Du wachst morgens auf und merkst sofort, dass heute nichts geht. Kopfschmerzen, Fieber oder eine starke Erkältung machen einen normalen Arbeitstag kaum möglich. Gerade im Praktikum entsteht dann schnell Unsicherheit. Solltest du trotzdem erscheinen, um einen guten Eindruck zu machen? Wen musst du informieren? Und brauchst du direkt eine ärztliche Bescheinigung?

Krankheit kann auch während eines Praktikums vorkommen und ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist, dass du richtig damit umgehst. Wer sich rechtzeitig meldet, die betrieblichen Regeln kennt und klar kommuniziert, verhält sich professionell. Einfach nicht zur Arbeit zu erscheinen oder erst Stunden später Bescheid zu geben, ist dagegen keine gute Lösung.

Melde dich so früh wie möglich krank

Wenn du morgens feststellst, dass du nicht arbeiten kannst, solltest du deinen Betrieb möglichst früh informieren. Warte nicht erst bis zum normalen Arbeitsbeginn, wenn bereits vorher klar ist, dass du ausfällst.

Welche Person du kontaktieren musst, hängt vom Unternehmen ab. Das kann deine direkte Ansprechperson, die Personalabteilung oder eine andere zuständige Person sein. Idealerweise klärst du bereits zu Beginn deines Praktikums, wie eine Krankmeldung im Unternehmen ablaufen soll.

Auch der Kommunikationsweg kann unterschiedlich sein. Manche Unternehmen erwarten einen Anruf, andere akzeptieren eine Nachricht oder eine E Mail. Orientiere dich an den internen Vorgaben.

Bei deiner Krankmeldung musst du keine ausführliche Beschreibung deiner Beschwerden liefern. Wichtig ist vor allem, dass das Unternehmen weiß, dass du nicht arbeiten kannst und wie lange du voraussichtlich ausfällst.

Falls du noch nicht abschätzen kannst, wann du zurückkommst, kannst du auch das offen kommunizieren und später eine Aktualisierung geben.

Prüfe Vertrag und betriebliche Regeln

Ob und wann du einen ärztlichen Nachweis benötigst, solltest du nicht einfach vermuten. Prüfe deinen Praktikumsvertrag und informiere dich über die Regeln deines Betriebs.

Die genauen Anforderungen können von deiner persönlichen Situation und der Art deines Praktikums abhängen. Auch die Regelungen für ein freiwilliges Praktikum können sich von denen eines Pflichtpraktikums unterscheiden.

Deshalb lohnt es sich, bereits vor dem ersten Krankheitstag zu wissen, wo du entsprechende Informationen findest. Im Zweifel kannst du deine Ansprechperson oder die Personalabteilung fragen.

Wichtig ist außerdem, notwendige Nachweise rechtzeitig zu organisieren. Verlasse dich nicht darauf, dass du dich erst nach mehreren Tagen darum kümmern musst. Arbeitgeber können unterschiedliche Vorgaben haben.

Auch bei einer längeren Erkrankung solltest du den Kontakt zum Unternehmen nicht vollständig abbrechen. Informiere deine Ansprechperson, wenn sich deine voraussichtliche Abwesenheit verändert. Dadurch kann das Team besser planen.

Krank arbeiten ist nicht automatisch engagiert

Gerade Praktikanten möchten häufig zeigen, dass sie motiviert und zuverlässig sind. Deshalb gehen manche trotz Krankheit zur Arbeit. Das ist allerdings nicht automatisch professionell.

Wenn du krank bist, kann deine Konzentration eingeschränkt sein. Dadurch steigt das Risiko für Fehler und du brauchst möglicherweise deutlich länger für deine Aufgaben. Bei ansteckenden Erkrankungen kommt hinzu, dass du Kollegen gefährden kannst.

Verantwortungsbewusst zu handeln bedeutet deshalb auch, die eigene Arbeitsfähigkeit realistisch einzuschätzen. Wenn du tatsächlich arbeitsunfähig bist, solltest du dich erholen.

Das gilt auch für die Arbeit von zu Hause. Nur weil du theoretisch deinen Laptop öffnen könntest, bedeutet das nicht, dass du während einer Erkrankung weiterarbeiten solltest. Eine Krankmeldung ist keine Verlagerung des Arbeitstages ins eigene Zimmer.

Nutze die Zeit stattdessen für deine Erholung. Dadurch erhöhst du die Chance, schneller wieder vollständig einsatzfähig zu sein.

So gelingt die Rückkehr ins Praktikum

Nach einem oder mehreren Krankheitstagen kann sich die Rückkehr zunächst ungewohnt anfühlen. Häufig sind während deiner Abwesenheit neue Aufgaben entstanden oder Projekte weitergelaufen.

Verschaffe dir deshalb zuerst einen Überblick. Frage deine Ansprechperson, was während deiner Abwesenheit passiert ist und welche Aufgaben aktuell Priorität haben. Versuche nicht, sofort alles gleichzeitig nachzuholen.

Falls Kollegen Aufgaben für dich übernommen haben, kannst du dich kurz bedanken und klären, welche Punkte wieder bei dir liegen. So vermeidest du doppelte Arbeit und Missverständnisse.

Bei einer längeren Erkrankung kann außerdem die Frage entstehen, ob sich dadurch etwas am Ablauf deines Praktikums verändert. Besonders bei Pflichtpraktika können Vorgaben deiner Hochschule oder Schule eine Rolle spielen. Wenn du längere Zeit fehlst, solltest du deshalb frühzeitig prüfen, ob bestimmte Anforderungen oder vorgeschriebene Praktikumszeiten betroffen sind.

Krankheit lässt sich nicht immer verhindern. Entscheidend ist deshalb nicht, ob du während deines Praktikums einmal ausfällst, sondern wie du mit der Situation umgehst. Melde dich rechtzeitig, beachte die Regeln deines Betriebs und kommuniziere klar, wenn sich deine Abwesenheit verlängert. Prüfe bei einem Pflichtpraktikum zusätzlich die Vorgaben deiner Bildungseinrichtung. So sorgst du dafür, dass alle Beteiligten planen können und du dich in Ruhe erholen kannst. Ein professioneller Umgang mit einem Krankheitstag zeigt schließlich nicht fehlendes Engagement, sondern Verantwortungsbewusstsein.