Der erste Arbeitsweg und warum du ihn vorher testen solltest

Der Praktikumsvertrag ist unterschrieben, das Outfit für den ersten Tag liegt bereit und vielleicht hast du dich bereits über das Unternehmen informiert. Eine Sache solltest du bei deiner Vorbereitung allerdings nicht vergessen: deinen Arbeitsweg. Auf der Karte sieht die Strecke vielleicht einfach aus. In der Realität können Berufsverkehr, volle Bahnen, Baustellen oder die Suche nach dem richtigen Eingang schnell dafür sorgen, dass aus einer entspannten Anreise Stress wird.

Gerade am ersten Praktikumstag möchtest du nicht fünf Minuten vor Arbeitsbeginn durch ein unbekanntes Gebäude laufen und nach dem richtigen Büro suchen. Wenn du deinen Arbeitsweg vorher testest, kannst du viele dieser Probleme vermeiden. Gleichzeitig startest du deutlich entspannter in deinen ersten Tag.

Die schnellste Route ist nicht immer die beste

Eine Routenplanung zeigt dir innerhalb weniger Sekunden, wie du zu deinem Praktikumsbetrieb kommst. Trotzdem solltest du dich nicht ausschließlich auf die angezeigte Verbindung verlassen.

Besonders bei öffentlichen Verkehrsmitteln lohnt sich ein genauer Blick. Musst du mehrfach umsteigen? Wie viel Zeit liegt zwischen zwei Verbindungen? Gibt es eine alternative Bahn oder einen anderen Bus, falls deine geplante Verbindung ausfällt?

Auch bei der Fahrt mit dem Auto solltest du mögliche Schwierigkeiten berücksichtigen. Die Strecke, die am Sonntag nur 20 Minuten dauert, kann am Montagmorgen im Berufsverkehr deutlich länger sein. Zusätzlich brauchst du eventuell Zeit für die Parkplatzsuche.

Ähnliches gilt für das Fahrrad. Eine Strecke kann auf der Karte kurz aussehen, aber stark befahrene Straßen, Baustellen oder schwierige Kreuzungen enthalten. Ein vorheriger Test zeigt dir, ob die Route tatsächlich alltagstauglich ist.

Suche deshalb nicht nur nach der schnellsten Verbindung. Überlege auch, welche Route zuverlässig und möglichst stressfrei funktioniert. Manchmal sind fünf Minuten mehr Fahrzeit sinnvoll, wenn du dafür weniger umsteigen musst oder eine deutlich bessere Verbindung hast.

Teste den Weg möglichst unter realistischen Bedingungen

Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du deinen Arbeitsweg vor dem ersten Praktikumstag einmal vollständig zurücklegen. Idealerweise ungefähr zu der Uhrzeit, zu der du später tatsächlich unterwegs sein wirst.

Dadurch bekommst du ein realistisches Gefühl dafür, wie lange du brauchst. Gleichzeitig erkennst du mögliche Probleme, die eine digitale Routenplanung nicht berücksichtigt.

Achte beim Test besonders darauf, wie lange du von deiner Haustür bis zum tatsächlichen Arbeitsplatz benötigst. Die reine Fahrzeit reicht für deine Planung nicht aus. Der Weg zur Haltestelle, Wartezeiten, die Parkplatzsuche und der Fußweg zum Gebäude gehören ebenfalls dazu.

Prüfe außerdem, wo sich der richtige Eingang befindet. Größere Unternehmen haben teilweise mehrere Gebäude, Eingänge oder Empfangsbereiche. Auch Gewerbegebiete können unübersichtlich sein. Wenn du diese Orientierung bereits vor deinem ersten Tag erledigst, sparst du dir morgens unnötigen Stress.

Kannst du die Strecke vorher nicht persönlich testen, solltest du zumindest zusätzliche Zeit einplanen und dir den letzten Abschnitt der Route genau ansehen.

Plane einen realistischen Zeitpuffer ein

Beim ersten Arbeitstag solltest du nicht so planen, dass du unter perfekten Bedingungen exakt pünktlich ankommst. Schon eine kleine Verzögerung kann sonst zum Problem werden.

Plane deshalb einen angemessenen Zeitpuffer ein. Wie groß dieser sein sollte, hängt von deinem Arbeitsweg ab. Bei einer kurzen Strecke zu Fuß brauchst du weniger Reserve als bei einer Verbindung mit mehreren Umstiegen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Morgen eine halbe Stunde zu früh vor dem Unternehmen zu stehen. Nach einigen Tagen wirst du deinen Arbeitsweg besser einschätzen können und deine Abfahrtszeit entsprechend anpassen.

Für den ersten Tag ist etwas zusätzliche Zeit jedoch sinnvoll. Falls alles problemlos funktioniert, kannst du die übrigen Minuten nutzen, um dich kurz zu sammeln. Das ist angenehmer, als bereits gestresst am Empfang anzukommen.

Speichere dir außerdem die Kontaktdaten deiner Ansprechperson im Smartphone. Falls trotz guter Planung etwas Unvorhergesehenes passiert und du dich verspätest, kannst du das Unternehmen frühzeitig informieren.

Denke auch an deinen täglichen Alltag

Ein Test des Arbeitswegs hilft dir nicht nur am ersten Tag. Du bekommst gleichzeitig einen Eindruck davon, wie die Strecke deinen Alltag während des gesamten Praktikums beeinflusst.

Vielleicht stellst du fest, dass eine andere Verbindung morgens angenehmer ist oder dass du mit dem Fahrrad sogar schneller bist. Möglicherweise gibt es auf deinem Weg einen Supermarkt, bei dem du nach der Arbeit einkaufen kannst. Auch solche kleinen Erkenntnisse erleichtern später deinen Tagesablauf.

Bei einem langen Arbeitsweg solltest du außerdem überlegen, wie du die Fahrzeit sinnvoll gestalten kannst. In Bus und Bahn kannst du beispielsweise Musik hören, lesen oder einfach abschalten. Gerade nach einem langen Arbeitstag kann es sinnvoll sein, nicht jede freie Minute mit weiteren Aufgaben zu füllen.

Der erste Arbeitsweg wirkt zunächst wie ein kleines Detail deiner Praktikumsvorbereitung. Tatsächlich kann er entscheidend dafür sein, wie entspannt du in deinen ersten Tag startest. Teste deshalb deine Route, prüfe Alternativen und plane ausreichend Zeit ein. Wenn du am ersten Morgen bereits weißt, wohin du musst und wie lange du wirklich brauchst, kannst du dich auf das konzentrieren, was wichtiger ist: dein neues Unternehmen, deine Kollegen und einen gelungenen Start in dein Praktikum.