Heizungsluft im Büro: Was hilft gegen trockene Augen?

Draußen wird es kälter, drinnen läuft die Heizung und nach einigen Stunden vor dem Bildschirm beginnen deine Augen zu brennen. Vielleicht fühlen sie sich trocken an, jucken oder werden schneller müde. Gerade im Herbst und Winter kennen viele Menschen dieses Problem. Besonders im Büro, wo du häufig mehrere Stunden am Computer arbeitest, können trockene Augen unangenehm werden.

Heizungsluft im Büro kann dazu beitragen, dass die Luftfeuchtigkeit sinkt und der Tränenfilm auf deinen Augen schneller verdunstet. Gleichzeitig blinzelst du bei konzentrierter Bildschirmarbeit häufig seltener. Dadurch werden deine Augen weniger regelmäßig befeuchtet. Die gute Nachricht ist, dass du mit einigen einfachen Veränderungen deinen Arbeitsalltag angenehmer gestalten kannst.

Warum trocknet Heizungsluft deine Augen aus?

Im Winter wird die kalte Außenluft in Innenräumen erwärmt. Dadurch sinkt häufig die relative Luftfeuchtigkeit. Das bedeutet, dass sich die Luft trockener anfühlt und Feuchtigkeit schneller verdunsten kann.

Deine Augen sind von einem dünnen Tränenfilm bedeckt. Dieser schützt die Augenoberfläche und sorgt dafür, dass sie ausreichend befeuchtet bleibt. Ist die Umgebungsluft sehr trocken, kann dieser Film schneller verdunsten.

Besonders unangenehm wird es, wenn du zusätzlich lange auf einen Bildschirm schaust. Beim konzentrierten Lesen oder Arbeiten am Computer blinzeln viele Menschen seltener oder weniger vollständig. Dadurch verteilt sich die Tränenflüssigkeit nicht mehr so regelmäßig auf der Augenoberfläche.

Typische Beschwerden können brennende, gerötete oder müde Augen sein. Manche Menschen haben außerdem das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Auch verschwommenes Sehen kann vorübergehend auftreten.

Interessanterweise können trockene Augen sogar verstärkt tränen. Das klingt zunächst widersprüchlich, kann aber eine Reaktion auf die gereizte Augenoberfläche sein.

Nicht immer ist jedoch allein die Heizungsluft verantwortlich. Auch Kontaktlinsen, bestimmte Medikamente, Allergien oder andere gesundheitliche Ursachen können trockene Augen begünstigen. Deshalb solltest du anhaltende Beschwerden nicht automatisch auf das Raumklima zurückführen.

So verbesserst du das Raumklima im Büro

Ein angenehmes Raumklima kann helfen, trockene Augen zu vermeiden oder Beschwerden zu reduzieren. Dabei kommt es nicht nur auf die Temperatur an, sondern auch auf die Luftfeuchtigkeit und die Luftbewegung.

Achte zunächst darauf, dass dein Arbeitsplatz nicht direkt von warmer Heizungsluft angeströmt wird. Sitzt du unmittelbar neben einem Heizkörper oder vor einem Luftauslass, kann die ständige Luftbewegung deine Augen zusätzlich reizen.

Wenn möglich, solltest du deinen Arbeitsplatz entsprechend anpassen oder mit deinen Kollegen nach einer Lösung suchen.

Auch regelmäßiges Lüften ist sinnvoll. Dadurch wird verbrauchte Raumluft ausgetauscht. Allerdings erhöht Lüften im Winter nicht automatisch die Luftfeuchtigkeit, da kalte Außenluft nach dem Erwärmen häufig ebenfalls trocken ist.

Ein kleines Messgerät für die Luftfeuchtigkeit kann helfen, das Raumklima besser einzuschätzen. In vielen Büros wird eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 40 bis 60 Prozent als angenehm empfunden. Dabei solltest du vermeiden, die Luft dauerhaft zu stark zu befeuchten, da dies die Schimmelbildung begünstigen kann.

Falls dein Unternehmen Luftbefeuchter verwendet, ist eine regelmäßige Reinigung wichtig. Nicht ausreichend gepflegte Geräte können Keime verbreiten und dadurch neue Probleme verursachen.

Zimmerpflanzen können das Büro angenehmer gestalten. Sie ersetzen jedoch keine gezielte Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und sind keine verlässliche Behandlung gegen trockene Augen.

Kleine Bildschirmpausen entlasten deine Augen

Neben dem Raumklima spielt deine Bildschirmarbeit eine wichtige Rolle. Wenn du dich über längere Zeit stark konzentrierst, vergisst du möglicherweise, regelmäßig zu blinzeln.

Versuche deshalb, deine Augen zwischendurch bewusst zu entspannen. Eine einfache Orientierung bietet die sogenannte 20 20 20 Regel. Dabei schaust du ungefähr alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Gegenstand, der mindestens sechs Meter entfernt ist.

Diese kurzen Unterbrechungen können helfen, deine Augen bei längerer Bildschirmarbeit zu entlasten. Sie ersetzen allerdings keine regulären Arbeitspausen.

Achte außerdem darauf, regelmäßig und vollständig zu blinzeln. Dadurch verteilt sich der Tränenfilm besser auf der Augenoberfläche.

Auch die Position deines Bildschirms kann einen Unterschied machen. Wenn du leicht nach unten auf deinen Monitor schaust, bleibt die Augenöffnung meist kleiner als bei einem zu hoch positionierten Bildschirm. Dadurch kann weniger Tränenflüssigkeit verdunsten.

Prüfe zusätzlich die Helligkeit deines Monitors. Ein Bildschirm, der deutlich heller als die Umgebung ist, kann unangenehm wirken. Auch störende Spiegelungen solltest du möglichst vermeiden.

Wenn du im Praktikum viele Stunden am Computer verbringst, kannst du kurze Unterbrechungen außerdem mit anderen Aufgaben verbinden. Vielleicht musst du Unterlagen holen, etwas ausdrucken oder dich kurz mit einem Kollegen abstimmen. So wechselst du regelmäßig deine Tätigkeit.

Was hilft wenn deine Augen bereits trocken sind?

Wenn deine Augen trotz guter Arbeitsbedingungen häufig trocken oder gereizt sind, solltest du die Beschwerden ernst nehmen.

Versuche zunächst, längere Phasen ohne Unterbrechung am Bildschirm zu vermeiden. Achte auf regelmäßiges Blinzeln und darauf, dass keine warme Luft direkt in dein Gesicht strömt.

Bei Bedarf können befeuchtende Augentropfen, häufig auch künstliche Tränen genannt, helfen. Welche Produkte für dich geeignet sind, kannst du in einer Apotheke oder ärztlich abklären lassen. Besonders wenn du Kontaktlinsen trägst, solltest du auf die Verträglichkeit achten.

Reibe deine Augen möglichst nicht, wenn sie jucken oder brennen. Das kann die Reizung zusätzlich verstärken.

Wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten, länger anhalten oder stärker werden, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll. Bei starken Schmerzen, deutlicher Sehverschlechterung oder ausgeprägter Lichtempfindlichkeit solltest du zeitnah medizinische Hilfe suchen.

Gerade während eines Praktikums möchtest du dich auf deine Aufgaben konzentrieren und nicht ständig von brennenden Augen abgelenkt werden. Deshalb lohnt es sich, deinen Arbeitsplatz bewusst zu gestalten.

Trockene Augen im Büro lassen sich nicht immer vollständig vermeiden, aber häufig durch kleine Veränderungen entlasten. Achte auf ein angenehmes Raumklima, vermeide direkte warme Luft und gönne deinen Augen regelmäßige Bildschirmpausen. Prüfe bei deinem nächsten Arbeitstag einmal bewusst, wie dein Bildschirm steht, wie oft du blinzelst und ob die Heizung direkt auf deinen Arbeitsplatz wirkt. Schon diese einfachen Beobachtungen können dir helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und deinen Büroalltag angenehmer zu gestalten.