Wie du lernst, dich realistisch einzuschätzen

Sich selbst richtig einzuschätzen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Praktikum und weit darüber hinaus. Viele unterschätzen sich und trauen sich zu wenig zu, andere überschätzen ihre Fähigkeiten und geraten dadurch unter Druck. Gerade am Anfang eines Praktikums ist es nicht leicht, den eigenen Stand realistisch einzuordnen. Doch genau diese Fähigkeit hilft dir, sicherer aufzutreten, gezielt zu lernen und langfristig bessere Entscheidungen für deinen Berufsweg zu treffen.

Zwischen Selbstzweifel und Selbstüberschätzung

Im neuen Umfeld vergleichst du dich schnell mit anderen. Kollegen wirken souverän, Aufgaben erscheinen komplex und Erwartungen sind oft unklar. Das kann dazu führen, dass du deine eigenen Fähigkeiten kleiner machst, als sie sind. Gleichzeitig besteht die Gefahr, sich zu viel zuzutrauen, um kompetent zu wirken.
Eine realistische Selbsteinschätzung bedeutet, beides zu vermeiden. Du erkennst, was du bereits kannst, und gleichzeitig, wo du noch lernen musst. Niemand erwartet im Praktikum Perfektion. Wichtig ist, dass du ehrlich mit dir selbst bist und bereit, dich weiterzuentwickeln. Wer seine Grenzen kennt, kann gezielt daran arbeiten und wirkt dadurch reifer und verlässlicher.

Feedback als Spiegel nutzen

Eine der besten Möglichkeiten, dich realistisch einzuschätzen, ist Feedback. Rückmeldungen von Kollegen oder Vorgesetzten zeigen dir, wie deine Arbeit wahrgenommen wird. Auch wenn Kritik manchmal unangenehm ist, hilft sie dir enorm. Sie macht sichtbar, wo deine Stärken liegen und wo es noch hakt.
Wichtig ist, Feedback nicht persönlich zu nehmen, sondern als Information. Frage nach konkreten Beispielen und höre aufmerksam zu. So kannst du deine Wahrnehmung mit der Sicht anderer abgleichen. Oft stellst du fest, dass du Dinge besser machst, als du dachtest, oder dass kleine Anpassungen große Wirkung haben. Wer Feedback aktiv einholt, zeigt Lernbereitschaft und gewinnt schneller Klarheit über den eigenen Stand.

Eigene Erfahrungen bewusst reflektieren

Neben Feedback von außen ist die Selbstreflexion entscheidend. Nimm dir regelmäßig Zeit, um über deinen Tag oder deine Woche nachzudenken. Was ist dir gut gelungen. Wo hast du dich unsicher gefühlt. Welche Aufgaben haben dir leicht gefallen und welche eher nicht.
Schreibe dir diese Gedanken ruhig auf. Dadurch erkennst du Muster und Entwicklungen. Vielleicht merkst du, dass du in bestimmten Situationen immer sicherer wirst oder dass dir bestimmte Tätigkeiten besonders liegen. Diese Erkenntnisse helfen dir nicht nur im aktuellen Praktikum, sondern auch bei zukünftigen Bewerbungen. Du kannst klarer benennen, was du kannst und was du lernen möchtest.
Realistische Selbsteinschätzung entsteht nicht über Nacht. Sie wächst mit Erfahrung, Offenheit und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.

Sich realistisch einzuschätzen bedeutet, sich weder klein zu machen noch größer darzustellen, als man ist. Es bedeutet, den eigenen Lernprozess zu akzeptieren und bewusst zu gestalten. Wenn du Feedback nutzt, deine Erfahrungen reflektierst und dir Zeit gibst, entwickelst du ein gesundes Selbstbild. Nutze dein Praktikum genau dafür. Diese Fähigkeit wird dir nicht nur im Berufsalltag helfen, sondern auch bei jeder zukünftigen Entscheidung auf deinem Karriereweg.