Die Mittagspause gehört für die meisten Praktikanten ganz selbstverständlich zum Arbeitstag. Doch gerade beim ersten Praktikum tauchen schnell Fragen auf. Wie lange darf ich Pause machen? Muss ich überhaupt eine Mittagspause einlegen? Zählt sie zur Arbeitszeit? Und darf ich meine Pause verkürzen, damit ich früher nach Hause gehen kann?
Wie lange eine Mittagspause dauern sollte, hängt nicht nur davon ab, wie viel Erholung du persönlich brauchst. Auch deine tägliche Arbeitszeit und die Regeln im Unternehmen spielen eine Rolle. Deshalb lohnt es sich, gleich zu Beginn des Praktikums zu klären, wann und wie Pausen im Betrieb organisiert sind.
Wie lange muss deine Pause mindestens sein?
Für volljährige Praktikanten gelten grundsätzlich die gesetzlichen Vorgaben zu Ruhepausen aus dem Arbeitszeitgesetz. Arbeitest du mehr als sechs und bis zu neun Stunden, sind mindestens 30 Minuten Pause vorgesehen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden erhöht sich die vorgeschriebene Pausenzeit auf mindestens 45 Minuten.
Außerdem sollst du nicht länger als sechs Stunden hintereinander ohne Ruhepause arbeiten.
Bist du noch minderjährig, gelten andere Vorgaben. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz sind bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden mindestens 30 Minuten Pause vorgesehen. Bei mehr als sechs Stunden sind es mindestens 60 Minuten.
Im Unternehmen können darüber hinaus längere Pausenzeiten festgelegt sein. Vielleicht gibt es beispielsweise eine feste Mittagspause von 45 Minuten, obwohl gesetzlich eine kürzere Pause ausreichen würde. Deshalb solltest du dich zusätzlich über die betrieblichen Regelungen informieren.
Zählt die Mittagspause zur Arbeitszeit?
Eine klassische Ruhepause zählt grundsätzlich nicht zur Arbeitszeit. Wenn dein Arbeitstag beispielsweise acht Stunden Arbeitszeit und zusätzlich 30 Minuten Mittagspause umfasst, bist du insgesamt achteinhalb Stunden im Betrieb.
Das ist besonders am Anfang eines Praktikums wichtig zu wissen. Wenn in deinem Vertrag acht Stunden tägliche Arbeitszeit stehen, bedeutet das nicht automatisch, dass du nach genau acht Stunden Anwesenheit nach Hause gehst.
Wie Beginn, Ende und Pausen konkret geregelt sind, kann dir dein Praktikumsbetrieb erklären. In manchen Unternehmen gibt es feste Zeiten. In anderen Teams kannst du relativ flexibel entscheiden, wann du deine Mittagspause machst.
Auch bei flexiblen Regelungen solltest du dich an die üblichen Abläufe im Team halten. Wenn deine Kollegen beispielsweise gemeinsam um 12:30 Uhr essen gehen, kann es gerade am Anfang sinnvoll sein, sich anzuschließen. Die gemeinsame Mittagspause bietet dir zusätzlich die Möglichkeit, dein Team besser kennenzulernen.
Kannst du die Pause einfach ausfallen lassen?
An einem stressigen Tag erscheint es vielleicht praktisch, die Mittagspause ausfallen zu lassen und stattdessen früher Feierabend zu machen. Bei vorgeschriebenen Ruhepausen funktioniert das jedoch nicht einfach nach dem Prinzip: keine Pause bedeutet früher nach Hause.
Die Pause dient der Erholung während des Arbeitstages. Vorgeschriebene Pausenzeiten solltest du deshalb tatsächlich einhalten. Auch wenn du gerade viel zu tun hast, ist es keine gute Idee, regelmäßig am Schreibtisch durchzuarbeiten.
Nutze deine Pause möglichst bewusst. Steh auf, verlasse für einige Minuten deinen Arbeitsplatz und iss in Ruhe etwas. Ein kurzer Spaziergang kann ebenfalls angenehm sein. Besonders wenn du den Vormittag vor einem Bildschirm verbracht hast, tut etwas Bewegung oft gut.
Versuche außerdem, deine Mittagspause nicht jeden Tag ausschließlich am Smartphone zu verbringen. Ein Wechsel der Umgebung kann dir helfen, gedanklich Abstand von deinen Aufgaben zu bekommen.
Wie sieht eine gute Mittagspause im Praktikum aus?
Die gesetzliche Mindestdauer beantwortet noch nicht die Frage, welche Pause sich für dich persönlich gut anfühlt. Manche Menschen sind nach 30 Minuten bereit für den Nachmittag. Andere genießen eine längere Pause, wenn der betriebliche Ablauf das erlaubt.
Wichtig ist vor allem, dass du dich nach der Pause tatsächlich erholter fühlst. Wenn du dein Essen möglichst schnell am Schreibtisch herunterschlingst und gleichzeitig Nachrichten beantwortest, entsteht kaum Abstand zur Arbeit.
Gerade im Praktikum kann die Mittagspause außerdem ein wichtiger sozialer Moment sein. Beim gemeinsamen Essen lernst du Kollegen häufig auf eine andere Art kennen als während eines Meetings. Du kannst dich über den Arbeitsalltag austauschen, Fragen stellen oder einfach über andere Themen sprechen.
Natürlich musst du nicht jeden Tag gemeinsam mit dem Team essen. Manchmal möchtest du vielleicht allein spazieren gehen oder kurz Ruhe haben. Auch das ist völlig in Ordnung.
Kläre am besten direkt zu Beginn deines Praktikums, welche Pausenregelungen in deinem Unternehmen gelten. Frage nach den üblichen Zeiten und danach, ob die Pause flexibel genommen werden kann. So vermeidest du Missverständnisse und kannst deinen Arbeitstag besser planen. Gleichzeitig solltest du deine Mittagspause nicht als verlorene Zeit betrachten. Sie gibt dir die Möglichkeit, kurz abzuschalten, etwas zu essen und mit neuer Konzentration in die zweite Hälfte deines Arbeitstages zu starten.

